Es stand in der Olbrückrundschau Ausgabe: KW 35/13

 

60 Jahre Blaskapelle Weibern

 

Chaos-Orchester zeigte sich als Star des Abends

 

Weibern. mk. "Weibern ohne seine Blaskapelle kann und will ich mir nicht vorstellen" - diese Worte von Ortsbürgermeister Peter-Josef Schmitz liegen auch vielen anderen Menschen im Herzen, denn die Robert-Wolff-Halle in Weibern war beim 60. Jahrestag der Gründung der Blaskapelle Weibern bis auf den letzten Platz ausgefüllt. Von den Gründungsmitgliedern von 1953 weilten Gottfried Ebert, Gerhard Fronert und Hermann Hilger unter den Gästen in der Halle. Sie hätten viel erzählen können aus den 60 Jahren, auch der über 25 Jahre für den Verein tätige Hubert Burzywoda, der als Vorsitzender, Schriftführer und Dirigent in einer Person tätig war. Doch man ließ an diesem Abend lieber die Musik sprechen, die Sprache die überall auf der Welt verstanden wird und an diesem Abend in Weibern überaus eindrucksvoll von jungen Nachwuchskünstlern ebenso zum Ausdruck kam, wie von gestandenen Kapellen, die sich zu Ehren des Jubilarvereins ins Zeug legten.
Die Bergmusikanten Hoffeld unter der Leitung von Bernd Prämassing brillierten ebenso wie der Musikverein St. Valerius Baar unter der Leitung von Günther Bast und die Schützenkapelle Luxem unter der Leitung von Achim Käfer. Doch als Moderator Karl Gundert den eigenen Nachwuchs ankündigte, kam Leben in die Halle. Mit frischen, modernen Stücken begeisterten die jungen Leute des Weiberner "Chaosorchesters" unter der Leitung von Jenny Heilig das Publikum, das es nicht mehr auf den Stühlen hielt. Stehende Ovationen waren zwischendrin, aber vor allem als Abschlussapplaus der Lohn für die überragenden Nachwuchskräfte. Es gab Tanzeinlagen, Choreografien auf der Bühne und sogar ein von Jenny Heilig selbst komponiertes Musikstück "Green Eyes". Ein Schlagzeug-Solo von Moritz Moll wird allen in Erinnerung bleiben. Nach der Zugabe "De Weiberner Jung" konnte Gundert nur sagen: "Die Zukunft gehört ihnen. Wir werden noch viel Spaß mit ihnen haben."
Natürlich gab es auch viele Gratulanten an diesem Abend. Alle Ortsvereine kamen auf die Bühne und wünschten dem Verein auch weiterhin alles Gute. Verbandsgemeindebürgermeister Johannes Bell bescheinigte den zur Zeit 29 Mitgliedern, dass es nicht immer einfach war, den Verein über 60 Jahre aufrecht zu erhalten. Doch es gab immer wieder Menschen, die ihr Herzblut in den Verein legten und somit das Weitermachen sicherten. Dazu lobte er besonders die Arbeit von Dirigent und Vorsitzendem Ralf Geppert sowie Nachwuchsdirigentin Jenny Heilig. Sie beide leisten eine sehr gute Jugendarbeit. Mehr als die Hälfte der Vereinsmitglieder sind unter 20 Jahren. "Das ist längst nicht in jedem Verein so", so Bell. "Die Welt braucht Lieder, Weibern braucht die Blaskapelle", schloss er seine Gratulationsrede für einen Verein, der über 30 Auftritte im Jahr absolviert. Ortsbürgermeister Peter-Josef Schmitz sprach ebenso die turbulenten 60 Jahre an, in dem der Verein Höhen und Tiefen erlebt hat. Auch er war voll des Lobes für Ralf Geppert, der nie aufgab, Jugendliche für den Nachwuchs zu finden und nun ein Riesenrepertoire an Musikstücken aufweisen kann. "Nun ist der Verein längst keine Blaskapelle im herkömmlichen Sinn mehr. Mit vielen modernen Stücken hat man sich die Jugend ins Boot geholt."
Natürlich durften auch Ehrungen verdienter Mitglieder nicht fehlen. So zeichneten der Vizepräsident des Landesmusikverbandes, Hermann-Josef Esser und der Vorsitzende des Kreismusik-Verbandes Ahrweiler, Christoph Schnitker, Egon Klein für 50 Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit für den Verein mit der Ehrennadel in Gold vom Landesmusikverband aus. Auch Elmar Dölle (40 Jahre) erhielt die Ehrennadel in Gold. Katja und Jenny Heilig wurden ausgezeichnet für 10 Jahre aktive Tätigkeit für unter 20-Jährige. Das Jugendehrenzeichen in Gold nahmen beide mit großem Stolz entgegen.
Zur späten Stunde, es war schon gegen Mitternacht, heizten die Original Goldbach-Musikanten aus dem Nachbarort Kempenich das Publikum noch einmal so richtig ein. Unter der Leitung von Uli Arlt ging es noch einmal rund um die Welt mit Musik und guter Laune.